Der Kanaldeckel klappert nicht links oder rechts. Er klappert.
Und der Bürger erwartet, dass es aufhört.
Odilo Helmerich (SPD), Gemeinderat 1984-2018
Auf Parteien wird gerne geschimpft. Im Pullacher Kommunalwahlkampf wird gerne so getan, als sei es eine besondere Leistung, keiner Partei anzugehören. Ich habe selber 2014 als parteifreier Kandidat auf der SPD-Liste kandidiert und saß bis 2020 ganz ohne Parteibuch im Gemeinderat. Ich bin aufgrund meiner Erfahrungen in die SPD eingetreten.
Nicht die Interessen Einzelner und Lautstarker (oftmals lautstark, weil sie es können…) stehen im Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik, sondern die Interessen der Gemeinschaft im Ort, auch die der Schwächeren und Leiseren. Und dass es in Pullach nicht erst seit gestern, sondern schon seit 1924 Menschen gibt, die dafür einstehen – darauf sind wir auch ein bisschen stolz.
Dieser Einsatz erfordert manchmal ein bisschen Mut und führt dazu, auch mal Anfeindungen aushalten zu müssen. Für unseren Einsatz, kostengünstigen Wohnraum zu errichten, einen vernünftigen Neubau für die Grundschule oder das Schwimmbad zu erreichen, wurden wir auch mal "geprügelt". Aber unsere Meinung ändern, mussten wir nur ganz selten. Viel seltener als die vorgeblich Überparteilichen und vom „gesunden Menschenverstand“ geleiteten.
Für mich und meine Fraktionskollegen Holger Ptacek und Odilo Helmerich, später Sabine Horak, bedeutete „unsere“ Partei vor allem Orientierung: Demokratie, Solidarität und vor allem Gerechtigkeit sind die entscheidenden Werte der Sozialdemokratie. Es war mir kein Ballast, sich dem verpflichtet zu fühlen und zu hinterfragen, ob unsere Entscheidungen diesen Werten entsprechen.
Für mich bedeutet die Mitgliedschaft in der SPD nicht, einer Ideologie zu folgen, sondern Haltung zu zeigen. Die Werte meiner Partei sind wie ein Kompass: sie zeigen mir eine Richtung, den richtigen Weg muss ich schon selber finden. Das bietet auch den Wählerinnen und Wählern Orientierung: sie können zu Recht erwarten, dass unsere Gemeinderätinnen und Gemeinderäte – und natürlich auch eine Bürgermeisterin der SPD – bei entscheidenden Fragen im Sinne unseres Werte-Kompasses entscheiden. Dass wir uns als Sozialdemokraten für kostengünstigen Wohnungsbau in Pullach einsetzen, darauf ist Verlass. Darauf, dass wir dem klappernden Kanaldeckel zu Leibe rücken – egal, ob das Klappern den Vorstandsvorsitzenden stört oder den Mieter der Wohnbau – auch!
Über die richtigen Entscheidungen müssen wir ringen, alle miteinander – gerne hart in der Sache, aber menschlich fair und auf Augenhöhe, ohne hohle, pauschale Abwertungen und Verunglimpfungen, dafür mit Respekt. Die Orientierung verlieren dürfen wir nie.
Arnulf Mallach, SPD-Mitglied
Listenplatz 19