Platz 2: Holger Ptacek

Holger Ptacek

Als Magister der Völkerkunde und Sprachwissenschaften galt mein Interesse ursprünglich eher der weiten Welt und der Außenpolitik. Ich hatte das Glück nach meinem Studium einige Zeit für Otto Schily arbeiten zu dürfen und Einblicke in den Berliner Politikbetrieb zu erhaschen. Wie wichtig die Kommunalpolitik in meinem Leben wird, habe ich 1998, als ich nach Pullach zog, wirklich nicht geahnt!

Kommunalpolitik genießt nicht das höchste Ansehen. Aber nirgendwo sonst sind die Auswirkungen von Politik so unmittelbar zu spüren. Es ist schön, wenn man die Ergebnisse der eigenen Arbeit direkt vor Augen hat. Es war mein Antrag, der vor 25 Jahren die Maibaumwiese der Öffentlichkeit zugänglich machte. Was bis dahin als Vorratsfläche für zukünftige Bauprojekte hinter seinem Zaun schlummerte, ist heute als Wiese fürs Maifest, als Treffpunkt für die BoulespielerInnen und Spielfläche für Kinder aus der Ortsmitte gar nicht mehr wegzudenken. Immer wenn ich daran vorbei radele, dann freue ich mich!

Es war mein Erleben der beinahe absurden Mehrfachanmeldungen bei Kindergärten, der schließlich zur zentralen Kindergartenanmeldung im Rathaus geführt hat. Es war mein Kampf für eine Koordination der sozialen Angebote, der dazu geführt hat, dass eine entsprechende Stelle im Rathaus eingerichtet wurde. 2014 habe ich den Ortsentwicklungsplan-Prozess angestoßen und damit einen ersten Versuch gestartet, Bürgerbeteiligung in Pullach zu etablieren. Nicht jeder Versuch ist von Erfolg gekrönt. Aber was beim ersten Mal nicht funktioniert, gelingt vielleicht beim nächsten Anlauf. Einen langen Atem braucht man in jedem Fall!

Zu meinen Erfolgen gehört, dass wir nach 12 Jahren Planung bald eine neue Jugendfreizeitstätte auf der Wiese nördlich vom S-Bahnhof Pullach bekommen. Damit endet ein 50jähriges Dasein der Jugendarbeit im Souterrain. Ich finde es ist Zeit, dass sie ans Licht tritt. Der Antrag zur Erstellung eines Imagefilms zur Anwerbung von Pflegekräften in Pullach war in dieser Amtszeit mein wichtigster. Das Projekt wurde von der Verwaltung gut umgesetzt und hat inzwischen erfreuliche Erfolge gezeigt. Natürlich wäre das alles ohne eine Mehrheit im Gemeinderat gar nicht möglich gewesen. Nur wenn sich genug KollegInnen von anderen Fraktionen überzeugen lassen, geht etwas voran!

Es war eine große Ehre, als mir – nach dem viel zu frühen Tod von Eduard Floss – von der CSU die Nachfolge als Vereinsreferent angeboten wurde. Diese Funktion teile ich mir mit Cornelia Zechmeister. Seitdem bin ich unter anderem Jahr für Jahr der jüngste Teilnehmer am Seniorenfasching. (Aber ich wachse langsam rein.) Und natürlich unterstütze ich die Aktivitäten der Vereine für ein lebendiges und soziales Miteinander überall, wo ich nur kann. Das Meine trage ich dazu bei, in der Offenen Behindertenarbeit (OBA) jeden Donnerstag in der evangelischen Kirche, als Mitglied des Partnerschaftenvereins, im Beirat des Diakonievereins und bei Pullach Aktiv.

Wille zur Kooperation und Verlässlichkeit sind die entscheidenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gemeinderatsarbeit. Man darf streitbar sein, in der Sache klar, aber nie verletzend. Ganz in diesem Sinn füllen Ulrike Barth und ich unser Ehrenamt als Gemeinderäte aus, so, wie es uns von unseren Vorgängern Odilo Helmerich und Hans Dieter Wolf vorgelebt worden ist.

Für die Fortführung unserer Arbeit im Gemeinderat bitte ich Sie bei der Wahl am 8. März um Ihre Stimme!

Holger Ptacek (54) Regisseur