Einladung ins Musäum

Vater und Sohn von Erich Ohser 1935
Source: Wikipedia

Einmal im Monat (oder so) trifft sich die SPD Pullach zum geselligen Beisammensein und um sich über interessante Themen zu informieren. Dieses Mal machen wir einen Auflug und besuchen die Ausstellung über Leben und Werk des Schöpfers der „Vater und Sohn“-Geschichten:

am Samstag, dem 6. Juli um 10:45 Uhr (S-Bahn Pullach 10:07 Uhr) im Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor

Anmeldung ist erforderlich! Bis spätestens Freitag, den 21. Juni Eintritt und Führung kosten 6,99 €

Sie sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Für Fragen oder eine Anmeldung wenden Sie sich bitte an holger.ptacek@web.de oder 0170/ 284 36 21.

Bis heute berühren die Bildergeschichten über den glatzköpfigen, schnurrbärtigen Vater und seinen wuschelköpfigen Sohn. Meist schlagen sie sich mit Alltagsproblemen herum, Schulaufgaben, Streit auf dem Spielplatz, zerschossene Fensterscheiben. Dabei wird es schnell emotional, oft versucht es der Vater mit Strenge, manchmal trickst der Sohn ihn aus. Am Ende ist es die immer spürbare Liebe des Vaters zu seinem Kind, die zu einer überraschenden Wende führt. So einzigartig und bekannt die zwischen 1934 und 1937 entstandenen Bildergeschichten bis heute noch sind, ihr Schöpfer, der Zeichner und Karikaturist Erich Ohser ist beinahe in Vergessenheit geraten.

Ohser war alles andere als ein unpolitischer Mensch. Er illustrierte die umstrittenen Gedichtbände des jungen Wilden, Erich Kästner, portraitierte Künstlerkollegen wie Karl Valentin und zeichnete Karikaturen für die SPD-Zeitung Vorwärts. Dass er auch nicht davor halt machte Hitler selbst mit spitzer Feder aufzuspießen, brachte ihm nach dem Putsch der Nationalsozialisten Berufsverbot ein. Aber es herrschte ein Mangel an Talenten unter den Gesinnungstreuen. Unter dem Pseudonym E.O. Plauen (seiner Heimatstadt) durfte er die harmlosen (und der Ideologie so gar nicht entsprechenden) Geschichten zeichnen und brachte es sogar zu Wohlstand. 1937 jedoch beendete er die Reihe, nachdem ihm die zunehmende Vereinnahmung durch die Machthaber zu viel geworden war. 1944 wurde er wegen regimekritischer Äußerungen denunziert und von der GeStaPo verhaftet. Dem Prozess unter Freisler entzog er sich durch Freitod. Eines von Millionen sinnlosen Opfern für eine mörderische Ideologie. Er hinterließ eine Frau und – einen Sohn.

Wir freuen uns, wenn Sie mitkommen!

Holger Ptacek Gemeinderat