Auf Wiedersehen, Susanna!

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Pullach, 30.04.2026

"Heute geh ich. Komm ich wieder,
singen wir ganz andre Lieder."

Johann Wolfgang von Goethe

Am vergangenen Dienstag ist ein letztes Mal der Gemeinderat in seiner alten Zusammensetzung zusammen getreten. Es war dann auch die letzte Sitzung mit Susanna Tausendfreund. Zeit Aufwiedersehen zu sagen und auch Danke.

Als ich vor 28 Jahren nach Pullach zog, da warst Du, liebe Susanna, hier längst eine feste politische Größe. Die Geschichten über Deine Zeit als Schülersprecherin am Gymnasium oder über die Demo vorm BND unter dem Slogan "Die Mauer muss weg" wurden mit viel Augenzwinkern erzählt. Nicht nur von Dir selbst. Durch Deine Heirat mit SPD-Gemeinderat und zweitem Bürgermeister Odilo Helmerich gehörtest Du für mich praktisch zur (politischen) Familie.

Als Gemeinderat saß ich die ersten sechs Jahre neben Dir. (Odilo hatte den Ehrenplatz links außen.) Es war für mich gut und lehrreich jemanden mit so viel Erfahrung in meiner Nähe zu haben. Und durchaus oft sehr lustig! 2014 haben wir uns dann beide um das Amt des Bürgermeisters beworgen. Wobei der eigentliche Gegenkandidat Dr. Andreas Most von der CSU war.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Aufbruchstimmung und die Hoffnungen, die mit Deinem Amtsantritt verbunden waren. (Natürlich hattest Du mich um Längen geschlagen.) Jetzt warst Du auf einmal weit weg auf dem Bürgermeistersessel. Und lustig war es bald auch nicht mehr. 2015 kam mit den Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung eine erste Feuerprobe. Das war turbulent. Es wurde auch im Gemeinderat durchaus häßlich! Aber über das Ringen um gemeinsame Lösungen entstand zwischen uns drei BürgermeisterkandidatInnen erst eine Koalition der Vernunft, dann Vertrauen und schließlich persönliche Freundschaft über die Parteigrenzen hinweg.

Odilo Helmerichs überraschender Tod war ein schwerer Schlag. Einer, der den ganzen Gemeinderat daran erinnert hat, dass es trotz des täglichen Hickhacks etwas Größeres und Verbindenderes gibt – geben muss. Für Dich, Susanna, war es natürlich am Schlimmsten. Aber eine echte Auszeit hat Dir das Amt nicht gegönnt. Du hast Dein Leben der Pullacher Kommunalpolitik gewidmet. Jetzt aufzuhören, fühlt sich bestimmt noch an, als würde Dir etwas genommen. Aber tatsächlich gewinnst Du Deine Freiheit zurück. Ab jetzt hast Du die Möglichkeit, Dich dem zu widmen, worauf Du Lust hast.

Und darum sage ich Danke. Vielen Dank für alles, was Du getan und wo Du geholfen hast. Und ich sage Aufwiedersehen, weil wir Dir bestimmt noch ganz häufig begegnen werden. Denn dass Du komplett aufhörst, kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin mir sicher, Du wirst eine ganz neue Aufgabe für Dich (er)finden.

Genieße die Freiheit!

Dein
Holger Ptacek
Gemeinderat