Pullach, 28.07.2026
Sie, liebe Leserinnen und Leser des Isar Anzeigers, konnten in den vergangenen Monaten verfolgen, wie intensiv im Gemeinderat über die Zukunft des Pullacher Bahnhofs diskutiert wurde. Mehrere Artikel haben die unterschiedlichen Positionen beleuchtet – und am 14. Juli hat der Gemeinderat schließlich die dringend notwendige Sanierung auf den Weg gebracht. Im Herbst wird über ein Nutzungskonzept beraten.
Bereits am 19. April hatte die SPD einen ausführlich begründeten Antrag eingebracht und im Isar Anzeiger veröffentlicht. Darin ging es nicht nur um die Sanierung von Wartehalle und Bahnhofsgebäude, sondern auch um Barrierefreiheit, die Modernisierung der Toiletten und Perspektiven für die spätere Nutzung.
Wenige Wochen später legte die CSU einen eigenen Antrag nach. Dessen zentrale Forderung: Der Bahnhof soll unverzüglich saniert werden. Eine Forderung, die genau genommen einem bereits im Januar durch den Gemeinderat beschlossen worden war. Tatsächlich wurde der CSU-Antrag in der Sitzung vom 14. Juli gar nicht aufgerufen und behandelt. Selbst die CSU-Bürgermeisterin hielt ihn durch die Vorlage des im Januar beschlossenen Sanierungskonzepts für erledigt.
Wozu also dieser zweite Antrag, der nichts neues und keinen zusätzlichen Vorschlag beinhaltete? Kann es sein, dass es einfach darum ging nicht in die unangenehme Situation
kommen zu müssen einem SPD-Antrag zuzustimmen?
Solche Eitelkeiten gehören irgendwo zum politischen Geschäft. Aber am Ende zählt, dass der Bahnhof wieder zu einem Ort wird, der Pullach bereichert. Und dafür benötigen wir ein Nutzungskonzept. Und zwar möglichst vor der Sanierung! Trifft man erst nach einer Sanierung die Entscheidung wofür der Bahnhof künftig dienen soll, kann es gut sein, dass nach der Sanierung gleich wieder teure Umbauten notwendig werden.
Wir können nur hoffen, dass Eitelkeiten nicht weiter dazu führen, dass gute Ideen nur deshalb abgelehnt werden, weil sie von der "falschen" Seite kommen. Kein Wunder, wenn dann Diskussionen als zeitraubend und überflüssig abgetan werden, weil man selber eine Mehrheit hat.
Ulrike Barth & Holger Ptacek
SPD-Fraktion
P.S. Wer die Fakten überprüfen möchte, findet die Anträge und die Beschlussvorlage zum Bahnhofsgebäude im Ratsinformationssystem bei der Sitzung vom 14.7.2026
Die Anträge der SPD und der CSU finden Sie unter dem Punkt Ö7