Brustmann gab sein Bestes

Holger Ptacek; SPD Pullach

Bayerisches Geblödel mit ganz "vui Gfui"
Josef Brustmann ist beileibe kein Unbekannter. Der Sohn böhmischer Flüchtlinge und studierte Musiker hat in der bayerischen Musikkabarett-Szene Karriere gemacht. Er war unterwegs mit dem Diatonischen Jodelwahnsinn und der Monaco Bagage, bevor er 2004 seine Solo-Karriere begann.

Nach über 20 Jahren ist sein Programm ein Best-Of. Viele aktuelle Anspielungen auf die große oder kleine Politik hat er nicht mitgebracht. Er bleibt eher bei sich und den kleinen Absurditäten des Alltags. Vorgetragen mit unglaublich viel Charme, in den sich das zahlreich erschienene Publikum im Pfarrsaal Heilig-Geist sehr bereitwillig einwickeln lässt. Man verzeiht ihm jeden Kalauer. Und lacht sehr herzlich auch über Pointen, die man schon mal gehört hatte, denn Josef Brustmann macht sich jede Schnurre so zu eigen, dass man gerne glaubt, er habe sie persönlich erlebt.

Und dann passiert etwas ganz magisches. Josef Brustmann setzt sich an sein Instrument. "Der Zither-Tisch vom Dieter zittert!" (Das Publikum gluckst vergnügt.) Und dann singt Josef Brustmann von seiner Kindheit. Seinen glücklichen Sommerferientagen an der Isar, wo er und sein Freund Franz zu Mapuche-Indianern wurden, die die Prärie durchstreiften, wild und frei, bis sie pünktlich zum Abendessen daheim sein mussten. Er nimmt sein Publikum ganz zärtlich an der Hand und entführt es in eine Zeit, wo nicht alles besser und friedlicher war – aber irgendwie einfacher, unaufgeregter und in vielerlei Hinsicht weniger übersättigt. Am Schluss wischt er die ganze Nostalgie mit einem leisen Augenzwinkern wieder weg. Denn der liebe Franz hat sich einige Jahre später mit seinem Mustang "derrennt".

So kippt dieser Abend im Sportheim ständig hin und her, dass einem fast schwindlig wird. Aber auf eine gute, angenehme Art und Weise, wie beim Karusselfahren auf der Auer Dult vielleicht. Die Blödeleien, Spottverse und Wortverdrehereien schütteln die schlechte Laune aus einem heraus. Dann nimmt er seine Zither oder Gitarre zur Hand und füllt sein Publikum mit guten Gefühlen wieder auf.

Kurz vor der Pause lässt Josef Brustmann mittels mitgebrachten Ventilatoren einen Miniatur-Drachenflieger steigen und das Publikum liebt ihn dafür, dass es mit ihm wieder zum Kind werden darf. Dann spielt er zu einer Miniaturdiscokugel "Sound of Silence" auf der Zither, entlockt dem Instrument die süßesten Töne und Erinnerungen. Aber so gehen wir nicht in die Pause! Zum Abschluss gibt es auf dem Instrument noch "Highway to Hell" in einer Version, die AC-DC hätte vor Neid erblassen lassen.

Ja, Josef Brustmann gab sein Bestes!